Freitag, September 28, 2007

ode an Martenstein

in mein herz geschlossen habe ich den kolumnisten der zeit Harald Martenstein spätestens seit seiner auseinandersetzung mit dem Buddhismus, oder besser gesagt mit den Buddhisten (vgl. den anlass, vor allem aber die beschreibung der reaktion).

in der dieswöchigen ausgabe aber übertrifft er sich selbst mit einem pamphlet, das zwar in erster linie "teamwork" erledigt, dabei unterwegs aber noch das eine oder andere kleinod präsentiert. am besten: lest selbst.

Dienstag, September 25, 2007

original vs. fälschung: INSM

kleines ratespiel an hand von zwei "inseraten" rund um die Lobbying-Agentur INSM: welches ist das orginal, welches die fälschung?

inserat 1*

inserat 2**

leider muss ich sagen, dass mich das original mehr gruselt als die fälschung, aber seht selbst.

* aus DER SPIEGEL, Ausgabe 29/2007, S. 27
** aus TITANIC, Ausgabe 9/2007, S. 68

Mittwoch, Mai 09, 2007

webung in eigener sache (ctd.)

nachdem es das buch "Freie Netze. Freies Wissen." jetzt (endlich) auch bei Amazon zu bestellen gibt und die "c't" es sehr positiv rezensiert hat (leider nicht frei online zugänglich), hier noch ein paar rückmeldungen aus der blogosphäre:

datenschmutz.net

apriltext.de

histnet.ch

keimform.de

phlow.net

Sonntag, Februar 18, 2007

blogweh: www.erwin-buchinger.at

ich bin für die einführung eines neuen begriffs "blogweh" (analog zu "zahnweh" oder "bauchweh") für blogs, die körperliches unwohlsein bei ihren leserInnen hervorrufen. und aus gegebenem anlass kann ich hiermit auch die gleichnamige rubrik starten:

auf www.erwin-buchinger.at beweist der neue östereichische spö-sozialminister, dass es noch sehr viel schlimmeres gibt, als die potentiale neuer medien ungenutzt zu lassen. nämlich sie so zu "nutzen", wie er in seinem blog. nur weil einfallslose journalistInnen "blog" mit "internet-tagebuch" übersetzen, sollte man das nicht allzu wörtlich nehmen. schon gar nicht als minister. und noch weniger mit einem stil, der an die tagebücher 9jähriger volksschülerInnen erinnert.

kostprobe: "Eigentlich wollte ich heute um 05.30 Uhr aufstehen und morgens Laufen - ich habe mich aber verschlafen und bin erst knapp vor 07.30 Uhr ins Büro gekommen..."

Samstag, Februar 10, 2007

Samstag, Januar 20, 2007

kapitalistische praxis IV

schon wieder: apple

ich habe keine ahnung, ob das iphone von apple wirklich so cool ist, wie es in diesem video aussieht. aber seht selbst:

Montag, Dezember 11, 2006

Suggestivfrage der Woche: "Der Spiegel" und die Löhne


"Sollte der wirtschaftliche Aufschwung zu höheren oder moderaten Lohnerhöhungen führen, um die Konjunktur nicht zu gefährden?" Diese Frage stellte TNS Infratest für den SPIEGEL 1000 Befragten. Wenig überraschend wollten bei dieser Fragestellung 63 Prozent lieber "die Konjunktur nicht gefährden". Schon erstaunlicher ist, dass 32 Prozent der Befragten das Risiko für höhere Löhne lieber doch eingehen würden. Kleines Detail am Rande, ebenfalls zu finden in dieser Spiegelausgabe: Während Deutschland - um "die Konjunktur nicht zu gefährden" - in den letzten zehn Jahren insgesamt einen Reallohnverzicht in Höhe von 0,9 Prozent übte, "riskierten" beispielsweise Schweden und Großbritannien jeweils Reallohnerhöhungen von über 25 (!) Prozent und wurden dafür beide mit Rekordwachstum belohnt.

Mittwoch, März 29, 2006

altvorstellung III

diesmal: "Unternehmensziele als Ideologie: Zur Kritik betriebswirtschaftlicher und organisationstheoretischer Entwürfe einer Theorie der Unternehmungsziele", die 1976 im Verlag Kiepenheuer & Witsch als buch erschienene dissertation von Günther Ortmann. das buch ist aus mehreren gründen such- und lesenswert:

- Günther Ortmann kann ohne übertreibung als einer der angesehensten deutschsprachigen organisationsforscher bezeichnet werden. seine dissertation war aber noch sehr umstritten, da die damals herrschenden ansätze (z.b. anreiz-beitrags-theorie) heftigste kritik einstecken mussten.

- die schärfe, klarheit und direktheit der formulierten kritik imponieren und machen das lesen teilweise zu einem echten vergnügen.

- Ortmann entpuppt sich als forscher mit stark marxistischer vergangenheit.

zur illustration sämtlicher punkte, der letzte absatz des buches als wörtliches zitat:

"Das aber wäre eine Gesellschaft, in der - nach einem Wort von Habermas - Platz nur für zwei sorten von Menschen wäre: Sozialingenieure und Insaßen geschlossener Anstalten. Wen es bei dieser Vision fröstelt, der kommt an einer Auseinandersetzung mit der hier nur angedeuteten Theorie nicht vorbei. Dies nun allerdings versucht die BWL mit subtilen und weniger subtilen Mitteln - sie bedient sich dabei des Totschweigens ebenso geschickt wie der Studien- und Prüfungsordnungen - zu verhindern, obwohl sie von dieser Theorie kaum mehr als den Familiennamen ihres Autors kennt: Marx heißt der Mann."

Montag, März 27, 2006

die große deutsche zeitung

nachdem dieser blog in seiner unregelmäßigen aktualisierung schon drohte zur institutionalisierten litanei über den niedergang deutschen qualitätsjournalismuses an hand des (immer noch) schrecklichen spiegel-beispiels zu werden, soll heute an dieser stelle einmal der große lichtblick der deutschen presselandschaft, "Die Zeit" gewürdigt werden. anlass dafür ist die aktuelle, ziemlich gelungen ausgabe (trotz eines gastkommentars von Hans-Werner "hohepriester des neoliberalismus" Sinn). Folgende online zugänglichen artikel sollen beispielhaft belegen, dass es hoch an der Zeit (kalauer, kalauer) ist, sein Spiegel-abo gegen ein Zeit-Abo einzutauschen (Spiegel-Abo-Kündigungsbestätigung dann einfach umgehend an die Titanic schicken):

"Früher beginnen, später trennen - Plädoyer für einen behutsamen Umbau des deutschen Schulsystems"

"Kinderschwund - na und? - Deutschland ist überbevölkert"

"80 Millionen Verschwender - Ein Energiegipfel soll die Versorgung sichern. Doch wichtiger als neue Kraftwerke sind sparsame Bürger und Unternehmen"

Montag, Januar 23, 2006

"Du bist eine Klowand"

Du bist...
...geklaut!


abgesehen davon, dass die aktuelle "Du bist Deutschland"-kampagne zur stärkung des sinnlos-gefährlichsten gefühls der welt (deutscher hurra-patriotismus) satiriker/innen - und solche die es gerne wären - auf jahre hinaus beschäftigen wird (vgl. die über 200 fotos lange galerie auf flickr), versucht sich der verantwortliche werbe-fuzzi (Jean-Remy von Matt) inzwischen in publikumsbeschimpfung. wie Jens Scholz in seinem blog berichtet, stellte dieser nämlich in einem mail wie folgt fest:

"Vor zwei Wochen startete "Du bist Deutschland", die größte gemeinnützige Kampagne aller Zeiten und ein riesiges Geschenk. Die großen Verlage haben Zeit und Raum im Wert von 35 Millionen Euro geschenkt. 30 Promis der ersten Liga haben Zeit und ihr Gesicht geschenkt. (...)
Das Ziel: Die Miesepetrigkeit bekämpfen.
Der Dank: Miesepetrigkeit. Glücklicherweise nur von den Gruppen, von denen man nichts besseres erwarten konnte:
(...)
2. Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wenn man unter www.technorati.com eingibt: Du bist Deutschland.)"


was soll ich da noch sagen? zum beispiel, dass ich noch nie so stolz war, meine eigene "klowand des internets" zu haben...