Montag, November 07, 2005

schon wieder: "Der Spiegel", diesmal über Linz

"Der Spiegel" informiert über meine heimatstadt LINZ anlässlich des Bushido-prozesses in eben derselben.

zum hintergrund: der deutsche möchtegern-gangsta-rapper Bushido war in eine schlägerei vor einer linzer disco verwickelt, war dann 15 tage in Linz in u-haft und schlachtet diesen vorfall nun nach allen regeln der selbstvermarktungs-kunst aus. soweit, so langweilig. umso spannender dafür, was "Der Spiegel" in seinem bericht in der akteullen ausgabe 44/05 auf seite 197 über Linz recherchiert hat. wortwörtlich schreibt Spiegel-reporter Wolfgang Höbel dort:

"Eigentlich geht man nicht nach Linz in die Disco. Eigentlich geht man überhaupt nicht nach Linz. Linz ist der Arsch der Welt: Chemie, Langeweile, Drogen. Womit man wiederum natürlich nach Linz muss, wenn man im Rap-Geschäft ist, also in die Ghetto-Stadt Österreichs, das Härteste, was Österreich zu bieten hat."

diese beschreibung liefert zwar einige erklärungen (z.B. für meine gelegentlichen wutausbrüche, schließlich heißt es doch: "du kannst einen mann aus dem ghetto holen, aber niemals das ghetto aus einem mann!"), gleichzeitig wirft es aber auch eine ganze menge an fragen auf: wenn Linz "der Arsch der Welt" ist, was ist dann zb. "Lungitz"? wenn Linz die "Ghetto-Stadt Österreichs" ist, was ist dann z.B. Wien-Simmering? wenn Linz "das Härteste (ist), was Österreich zu bieten hat", wie "hart" ist dann österreich auf einer skala von 0 bis Bushido? vielleicht weiß ja jemand die antwort auf diese fragen...

Kommentare:

Yussi hat gesagt…

ich hab den spiegel aufgeschlagen, den bericht gesehen, die passage gelesen, hab alles liegen und stehen gelassen um hier her zu kommen...

aber antworten auf die fragen hab ich auch keine

dominik hat gesagt…

meine persönliche theorie sind technische schwierigkeiten im spiegel-hochhaus in hamburg (kaffeemaschine geht nicht, klimaanlage ausgefallen, baulärm wegen der HafenCity...).

und das aus einem land, in dem "köln" eine metropole sein soll und "bonn" (der vorort von "köln") als hauptstadt diente. wie auch immer.

aber zu deinem wien-simmering - nebensatz eine kurze "expertise":
der grund, warum simmering eben nicht "ghetto" und nicht explosives banlieue ist, liegt ganz klar auf der hand: der soziale wohnbau ist (nicht nur in wien) einfach für die middle class zugeschnitten. das (meist migrantische) subproletariat wohnt nicht im gemeindebau, sondern am gürtel und v.a. im 15./16. bezirk.

ice breaker hat gesagt…

ich bin ganz hingerissen... Leo - du bist quasi einer jender sozial benachteiligten Jugendlichen um die sich die welt mehr kümmern muss... hart - härter - linz

dominik hat gesagt…

so hab ich das noch gar nicht betrachtet: leo als ghetto-kid.
das würde zumindest die essgewohnheiten erklären ;)

leonido hat gesagt…

wie bereits im blog-eintrag erwähnt dominik: du kannst zwar einen mann aus dem ghetto holen (z.B. nach Wien oder Berlin), niemals aber das ghetto aus einem Mann... ;-)

being udall hat gesagt…

im artikel wird die kapu mit dem begriff "discothek" geadelt - was erwartest du also von dem redakteur? ich hab ihm geschrieben und ihm einen kompromissvorschlag gemacht: AdW ok, ber ein Arsch, in dem immer die Sonne scheint - metaphorisch gesprochen! ;-)

leonido hat gesagt…

du zitierst damit wohl bushidos berliner rapper-kollegen Sido, der in "Mein Block" rapt: "in meinem Block scheint mir die Sonne aus dem Arsch..." ;-)

Anonym hat gesagt…

Ey leute ich sags euch
Linz ist das härteste Ghetto nach
Kreuzberg ! Ich wohn selbst in Linz und ich sags euch dort ist es hart zu leben