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Dienstag, Oktober 07, 2008

Amy Goodman, Naomi Klein und die "right-wing Trotzkyists"

Amy Goodman hat für ihr alternative media projekt "Democracy Now" dieses jahr den sogenannten "alternativen nobelpreis" ("Right Livelihood Award") erhalten. jeden wochentag liefert Democracy Now eine einstündige nachrichtensendung, die sowohl als audio-podcast als auch als video-webcast verfügbar ist. am besten charakterisieren lässt sich die sendung wohl als linke US-variante des ö1-mittagsjournals.

anlass für diesen eintrag ist aber die ausführliche o-ton-berichterstattung in der gestrigen sendung (stream / download) über eine rede von Naomi Klein gegen die etablierung eines "Milton Friedman Research Centers" an der University of Chicago. dort bezeichnet sie angesichts der finanzmarktkrise die markfundamentalisten als "right-wing Trotskyists":

"So, what we see from the ideologues of the far right—by far right, I mean the far economic right—frantically distancing themselves and retreating to their sacred texts: The Road to Serfdom, Capitalism and Freedom, Free to Choose. So that’s why I’ve taken to calling them right-wing Trotskyists, because they have this—and mostly because it annoys them, but also because they have the same sort of frozen-in-time quality. You know, it’s not, you know, 1917, but it’s definitely 1982. Now, the left-wing Trots don’t have very much money, as you know. They make their money selling newspapers outside of events like this. The right-wing Trots have a lot of money. They build think tanks in Washington, D.C., and they want to build a $200 million Milton Friedman Institute at the University of Chicago."

Dienstag, September 25, 2007

original vs. fälschung: INSM

kleines ratespiel an hand von zwei "inseraten" rund um die Lobbying-Agentur INSM: welches ist das orginal, welches die fälschung?

inserat 1*

inserat 2**

leider muss ich sagen, dass mich das original mehr gruselt als die fälschung, aber seht selbst.

* aus DER SPIEGEL, Ausgabe 29/2007, S. 27
** aus TITANIC, Ausgabe 9/2007, S. 68

Montag, Dezember 11, 2006

Suggestivfrage der Woche: "Der Spiegel" und die Löhne


"Sollte der wirtschaftliche Aufschwung zu höheren oder moderaten Lohnerhöhungen führen, um die Konjunktur nicht zu gefährden?" Diese Frage stellte TNS Infratest für den SPIEGEL 1000 Befragten. Wenig überraschend wollten bei dieser Fragestellung 63 Prozent lieber "die Konjunktur nicht gefährden". Schon erstaunlicher ist, dass 32 Prozent der Befragten das Risiko für höhere Löhne lieber doch eingehen würden. Kleines Detail am Rande, ebenfalls zu finden in dieser Spiegelausgabe: Während Deutschland - um "die Konjunktur nicht zu gefährden" - in den letzten zehn Jahren insgesamt einen Reallohnverzicht in Höhe von 0,9 Prozent übte, "riskierten" beispielsweise Schweden und Großbritannien jeweils Reallohnerhöhungen von über 25 (!) Prozent und wurden dafür beide mit Rekordwachstum belohnt.

Mittwoch, November 30, 2005

neoliberale horror-show: INSM

die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) ist als 100-millionen euro schweres propaganda-instrument des arbeitgeberverbandes "Gesamtmetall" ja schon seit längerem ein ekelhaftes beispiel für intelektuell-grausamen sozialdarwinismus. scheinbar gibt es jetzt aber endlich erste gegenbewegungen, wie (zur abwechslung einmal) in einem sehr interessanten telepolis-artikel berichtet wird.

besonders interessant fand ich dabei aber einen hinweis auf eine besonders heftige form der propaganda im schlimmsten wortsinn, von der ich bislang noch nichts mitbekommen hatte: schleichwerbung durch kauf von drehbüchern für seifenopern. die homepage lobbycontrol.de berichtet denn auch folgendes:

"Der Schleichwerbe-Skandal rund um die ARD wird politischer: der Evangelische Pressedienst [berichtet], dass in der ARD-Serie 'Marienhof' vor allem Interessenverbände schleichwerben ließen. Das geht aus einem Prüfbericht des ARD hervor. Danach liess unter anderem die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im Jahr 2002 für 58 670 Euro das Thema 'Neue soziale Marktwirtschaft' platzieren. Inhaltlich sei es dabei um 'Wirtschaft, schlanker Staat, Steuern etc.' gegangen."

meiner meinung nach erreicht diese form der indoktrinierung schon orwell'sche dimensionen. vielleicht war auch aber bislang einfach (immer noch) viel zu naiv...

Sonntag, Oktober 23, 2005

brechmittel des tages: "Der Spiegel"

dass sich "Der Spiegel" weltanschaulich spätestens mit ableben des gründers Rudolf Augstein hin zu einer neoliberal-bizarren "reformorientierung" verändert hat, ist ebenso ein faktum wie die immer schlechtere journalistische qualität der artikel (der wöchentliche vergleich mit "Der Zeit" macht sicher).

mit der aktuellen ausgabe ist aber ein neuer tiefpunkt erreicht. in deutschland ist es gerade journalistInnen-sport "Hartz VI"-empfängerInnen möglichst pauschal als abzocker und parasiten zu diffamieren.

wer jetzt von einem "sturmgeschütz der demokratie" (Augstein) erwartet, dass es diese propaganda zurechtstutzt, der irrt. im gegenteil, "Der Spiegel" versucht scheinbar in seiner ausgabe nr. 43 die aktuelle "Bild"-kampagne für bildungsbürgerInnen umzusetzen und präsentiert am cover einen Hartz-VI-wurlitzer der auf knopfdruck geld aus zahlreichen leistungen liefert, die alle auf ein zentrales feld mit der aufschrift "Täuschen & Mogeln" verweisen. im heft werden dann auch pflichtschuldig die "tricks der üblen Hartz-IV-Schmarotzer" ("Bild") aufgedeckt. als hätte jemand die "Bild"-schlagzeilen zum thema noch mit einer rahmenstory versehen wollen.