Montag, Oktober 05, 2026

re:publica vienna: recap


170 Speaker:innen (rd. 58% davon weiblich, 2% non-binär), 570 Teilnehmende, 41 Volunteers und Moderatorinnen, insgesamt 74h40min Programm und 50+ Videos von Vorträgen, die in den nächsten Tagen via YouTube/PeerTube und auf Okto Community TV ausgespielt werden. 

Diese Zahlen haben wir am Ende der ersten re:publica vienna noch auf der Bühne hergezeigt, bevor wir uns zum Sound von "Never gonna give you up" an den Abbau gemacht haben.

Und doch können Zahlen nicht vermitteln, was da in zwei Tagen re:publica im Kulturhaus Brotfabrik in Wien passiert ist. Auch deshalb, weil eben vieles 'passiert' ist im Sinn von ungeplant, spontan und zufällig geschehen: 

  • das überraschende Wiedersehen mit alten Bekannten am Weg vom einen Saal zum anderen
  • die Entscheidung, den Besuch des Vortrags sausen zu lassen und lieber später auf Video nachzuschauen, weil das Gespräch mit einer gerade neu kennengerlernten Teilnehmerin gerade so spannend ist
  • die Pause alleine auf einer der Hipster-Bänke in der Sonne, die notwendig war, weil die ganzen Eindrücke und neuen Einsichten im Kopf erstmal sortiert werden wollen
  • körperlich spürbare Reaktionen von Gänsehaut bis Euphorie, wenn ein besonders inspirierender Vortrag(smoment) nicht nur einen selbst, sondern den ganzen Saal gleichzeitig berührt

Samstag, September 19, 2026

»Toward a Theory of Organizationality«

Theoretisches Modell für ein graduelles Verständnis von Organisation

Seit kurzem ist der Artikel "Toward a Theory of Organizationality: A Gradual View on Collective Actorhood" im Journal Organization Theory open access verfügbar. Darin entwerfen Dennis Schoeneborn, David Seidl und ich ein theoretisches Modell um Organisationen nicht wie bisher entweder als Entität (Organisation) oder als Prozess (Organisieren) zu verstehen, sondern als Eigenschaft sozialer Phänomene (Organisationalität). 

Doch die Geschichte dieses Papers begann bereits vor über 14 Jahren mit einem Vortrag mit dem Titel "The Identity of Anonymous" über Grenzziehung im Fall des Hacker-Netzwerks im Rahmen eines Workshops des DFG-Netzwerks "Organization as Communication" an der Uni Hamburg. Schon damals waren Dennis Schoeneborn und David Seidl bei diesem Workshop mit dabei.

Dienstag, Juli 28, 2026

Märkte, Macht & Mythen

Vor einem Jahr im Herbst haben wir beim Moment Magazin die YouTube-Reihe "Märkte, Macht & Mythen" gestartet. Zeit für ein Zwischenfazit mit ein paar Meta-Betrachtungen nach der ersten Staffel: 

1) Reach ist random: Arbeit und Herzblut, die in ein Video fließen, sind komplett unabhängig vom View-Count, die Reichweiten-Range ist enorm von knapp über 1K bis über 200K beim Video zu "Wikipedia vs. Grokipedia". 

2) (Shadow-)Bans von YouTube sind das Schlimmste: sie sind auch der Hauptgrund für Unterschiede in der Reichweite. Besonders unbeliebt beim YouTube-Algo offenbar: Videos, die genau diese intransparente Plattformmacht zum Thema machen.

Mittwoch, Juli 01, 2026

Fediverse

In der neuesten Folge des Podcasts "Erklär mir die Welt" durfte ich in einem ausführlichen und unterhaltsamen Gespräch mit Host Andreas Sator versuchen, das Fediverse zu erklären.

Und das Timing hätte nicht besser sein können: mit tube.moment.at sind seit heute die Videos von Moment.at nicht mehr nur auf Big-Tech-Plattformen wie YouTube oder Instagram, sondern auch auf unserer eigenen PeerTube-Instanz verfügbar. 

Freitag, April 17, 2026

Stage 1 [Update]

Seit der ersten re:publica in Berlin war eigentlich jedes Jahr mit einem eigenen Beitrag vor Ort. Doch 2026 ist das erste Jahr, dass ich - gemeinsam mit der famosen Nadia Zaboura - sogar auf Stage 1 sprechen darf. Konkret werden wir zum Thema "Ganz normale Medien und ihr Beitrag zum Comeback des Faschismus" sprechen. Ich gebe zu, seit ich das weiß, bin ich schon ein bisschen nervös. 

Wer dabei sein will: 20.05.2026, 16:45–17:15 Wer es vor Ort verpasst hat, hier die Aufzeichnung zum Nachschauen:

Dienstag, März 17, 2026

Ein Toast auf die Wikipedia!

Original Wiener Schneekugel mit Wikipedia Puzzle Ball

Gestern hatte ich die große Ehre, anlässlich des 25. Geburtstags der deutschsprachigen Wikipedia einen kurzen 'Toast' bei der Geburtstagsfeier von Wikimedia Österreich zu halten. Im folgenden meine Notizen, gesprochen klang das natürlich anders.

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Zum Einstieg möchte ich noch einmal herholen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir in einer Welt mit Wikipedia leben. Wir leben ziemlich sicher nicht in der besten aller Welten, aber Wikipedia ist der Beweis, dass wir auch nicht in der schlechtesten aller Welten leben.

Als wichtigste, globale Wissensressource unserer Zeit ist die Wikipedia nicht nur in über 300 Sprachversionen verfügbar, sie ist werbefrei, läuft auf freier Software, nutzt offene Standards und ist unter freien Lizenzen verfügbar.

Wie geil ist das bitte?

Mittwoch, Februar 18, 2026

re:publica vienna


Als mir vor rund 20 Jahren Markus Beckedahl in Berlin am Rande eines 'Webmontags' im 'Newthinking Store' von der Idee einer Blogger:innenkonferenz erzählt hat, war ich skeptisch: zu kurz schien mir die Vorlaufzeit. Rückblickend eine ziemliche Fehleinschätzung meinerseits. 

Donnerstag, Januar 15, 2026

neues netzwerk

Gestern hat sich im Presseclub Concordia das Netzwerk für gemeinwohlorientierten Journalismus in Österreich öffentlich konstituiert. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist bei Okto verfügbar.

Mittwoch, Dezember 31, 2025

2025 gebloggt

Im jahr 2025 habe ich 48 Blogeinträge auf fünf verschiedenen Blogs (inklusive dieses Blogs hier) veröffentlicht. Außerdem noch sechs längere Threads als Quasi-Blogeinträge drüben bei Mastodon/Bluesky und sieben YouTube-Videos.

netzpolitik.org (7)

Montag, September 01, 2025

Meine Anfrage zum Start des IFG in Österreich

Cover der veröffentlichten 'Studie OSS'

Kurz nachdem die Münchner Stadtverwaltung den Umstieg von Windows auf Linux auf Arbeitsplatzrechnern angekündigt hatte, veröffentlichte die Stadt Wien 2004 eine selbst angefertigte "Studie Open Source Software" (STOSS) sowie eine eigene Linux-Distribution "Wienux". Auf Basis dieser Erfahrungen wurde 2008 eine Folgestudie (STOSS 2) erstellt.

Während die erste Studie in voller Länge auf der Webseite der Stadt Wien veröffentlicht worden war, blieb die zweite Studie unter Verschluss und wurde bis zum heutigen Tag nicht veröffentlicht.

Heute habe ich zum Inkrafttreten des österreichischen Informationsfreiheitsgesetzes via fragdenstaat.at eine Anfrage an die Stadt Wien mit der Bitte um Übermittlung der Studie gestellt. Auch wenn die Ergebnisse der Studie inzwischen primär von zeitgeschichtlicher Relevanz sein dürften, bin ich auch vor dem Hintergrund meiner 2008 veröffentlichten Dissertation zum Thema "Windows versus Linux" auf die Lektüre überaus gespannt.