Samstag, September 19, 2026

»Toward a Theory of Organizationality«

Theoretisches Modell für ein graduelles Verständnis von Organisation

Seit kurzem ist der Artikel "Toward a Theory of Organizationality: A Gradual View on Collective Actorhood" im Journal Organization Theory open access verfügbar. Darin entwerfen Dennis Schoeneborn, David Seidl eine theoretisches Modell um Organisationen nicht wie bisher entweder als Entität (Organisation) oder als Prozess (Organisieren) zu verstehen, sondern als Eigenschaft sozialer Phänomene (Organisationalität). 

Doch die Geschichte dieses Papers begann bereits vor über 14 Jahren mit einem Vortrag mit dem Titel "The Identity of Anonymous" über Grenzziehung im Fall des Hacker-Netzwerks im Rahmen eines Workshops des DFG-Netzwerks "Organization as Communication" an der Uni Hamburg. Schon damals waren Dennis Schoeneborn und David Seidl bei diesem Workshop mit dabei.

Ein Jahr später präsentierten Dennis und ich ein Paper mit dem Titel "Lessons in Fluidity" bei der Jahrestagung der International Communication Organization (ICA) in London, das heute noch als Working Paper online ist. 'Organizationality' als Begriff kam darin allerdings noch gar nicht vor.

Erst im Zuge der Überarbeitung des Papers im Begutachtungsverfahren des Journal of Management Studies wählten wir den Begriff der "Organisationalität" um den Fall Anonymous konzeptionell besser erfassen zu können. Der Beitrag erschien schließlich 2015 unter dem Titel "Fluidity, Identity, and Organizationality: The Communicative Constitution of Anonymous".

Schon bald fanden wir allerdings selbst, dass wir in diesem Artikel das Versprechen, Organisation konsequent als graduelle Eigenschaft zu begreifen, nicht wirklich theoretisch eingelöst hatten. Beim Versuch, Organisationalität besser konzeptionell zu fundieren, taten wir uns dann 2019 mit David zusammen und trafen uns seither - über sieben Jahre lang (!) - alle zwei bis drei Wochen zu virtuellen Zoom-Meetings um an Modell und Artikel zu feilen. 

Umso glücklicher bin ich mit dem Ergebnis dieses Prozesses. Und freue mich schon zu sehen, was andere mit diesem Aufschlag anstellen werden. 

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