Montag, September 14, 2009

eine rede

leider war ich gestern nicht in Linz bei der eröffnung des alljährlichen Brucknerfests. denn auch wenn ich seine EU-position nicht zur gänze teile, so hätte ich die eröffnungsrede von Robert Menasse doch wirklich gerne live gehört. sowas nenne ich mal eine rede.

Montag, August 31, 2009

blogday09

aus anlass des blogdays im folgenden fünf links zu freunden, die mehr oder weniger kürzlich unter die bloggerInnen gegangen sind, sich aber nicht auf meiner blogroll finden (bzw. im fall von yussi, bis vor kurzem dort nicht angeführt waren). leider hat nur einer davon einen titel, alle anderen blogs lauten auf den namen ihrer autorInnen:

Sonntag, Mai 10, 2009

kapitalistische praxis VII

diesmal: the end of capitalism.


Dienstag, März 24, 2009

ode (4) an Matthias Spielkamp

aus traurig-aktuellem anlass muss an dieser stelle einmal die arbeit von Matthias Spielkamp gewürdigt werden: der nach eigenen angaben "journalist, referent und berater" hat nicht nur das vorzügliche urheberrechtsportal irights.info mitgegründet, sondern er versorgt mich und andere auf seinem immateriblog auch ständig mit wertvollen informationen über mein derzeitiges forschungsfeld, nämlich urheberrechtsregulierung in seinen verschiedensten spielarten. ich frage mich bei freien autorInnen wie Spielkamp ja immer, wo diese leute ihre unglaubliche produktivität und schaffenskraft herzaubern. (gleiches gilt übrigens für Robert Misik, der sich schon längst einmal eine "ode" verdient hätte.)

aber zurück zum anlass dieser ode: während in den USA immer mehr große bildungseinrichtungen massiv auf Open Access setzen (vgl. Universities as Copyright Regulators: Power and Example), hat sich in deutschland in den letzten wochen eine bizarre debatte zu diesem thema entwickelt, die ausgelöst durch einen verwirrten gastbeitrag von Roland Reuß in der FAZ mittlerweile in einem "Heidelberger Appell" gegen Open Access gemündet ist. um mich hier nicht in details zu verlieren sei der einfachheit halber gleich auf Spielkamps kurzen essay im perlentaucher verwiesen, der die schaurigen argumente von Reuß und anderen auseinandernimmt.

Samstag, Februar 28, 2009

altvorstellung IV: "The Second Industrial Divide"

nachdem die letzte altvorstellung in diesem blog bereits fast drei jahre her ist, nocheinmal zum telos dieser serie (ausführlicher hier): es geht um bücher, die - obwohl vergriffen - es wert sind, gesucht (z.b. über ZVAB) und gelesen zu werden.

diesmal: "The Second Industrial Divide: Possibilities for Prosperity" von Miachel J. Piore und Charles F. Sabel. während das englische original aus 1984 noch immer erhältlich ist, ist die deutsche fassung mit dem titel "Das Ende der Massenproduktion. Studie über die Requalifizierung der Arbeit und die Rückkehr der Ökonomie in die Gesellschaft" vergriffen.

gerade angesichts einer finanzmarktkrise, die versagen und hilflosigkeit orthodoxer wirtschaftsforschung eindrucksvoll dokumentiert, erscheint mir dieses buch eines ökonomen (Piore) und eines politikwissenschaftlers (Sabel) besonders lesenswert. nicht nur, weil ihre vergleichende rekonstruktion der wirtschaftlichen entwicklung im 20. jahrhundert in den USA, Japan, Frankfreich, Italien und Westdeutschland zeigt, welche rolle (nationale und regionale) politik und unterschiedliche organisationsformen (inkl. verschiedener formen der einbindung von gewerkschaften) für wirtschaftliche makro-dynamken haben. sondern vor allem, weil sie alleine mit ihrem buch eindrucksvoll deutlich machen, dass historisch-qualitative wirtschaftsforschung leistungsfähig, ja neoklassischem modellplatonismus in jeder hinsicht überlegen ist.

aber nicht nur gegenüber neoklassischen ansätzen, sondern auch ganz allgemein gegenüber mainstream-sozialwissenschaftlicher forschung hebt sich dieses buch gleich mehrfach positiv ab: es ist, erstens, auch für laien verständlich geschrieben. ausgangspunkt des bandes ist, zweitens, ein reales gesellschaftliches problem (die krise von fordismus/keynsianismus in den 1970er jahren), das, drittens, mit einem interdisziplinären und methodisch vielfältigen ansatz addressiert wird. schließlich präsentiert es, viertens, ständig alternative erklärungsansätze und, am ende, auch alternative handlungsempfehlungen.

fazit: eine lektüre, die sich für praktiker/innen wie wissenschaftler/innen gleichermaßen lohnt.

Samstag, Januar 17, 2009

zwei jahre "Freie Netze. Freies Wissen."

zwei jahre ist die veröffentlichung von "Freie Netze. Freies Wissen." mittlerweile her. im blog zum buch ist nicht nur dokumentiert, was seither passiert ist, sondern haben christian forsterleitner und ich auch anlässlich des jahrestages eine zwischenbilanz gezogen.

Samstag, Dezember 06, 2008

vortrag: "The Copyright Dispute"

nachdem ich ja nicht nur wegen des kapitalismus sondern auch zum arbeiten in die USA gekommen bin, habe ich montag dieser woche im rahmen der speaker series des "Center for Internet and Society" der Stanford Law School einen vortrag zum thema "The Copyright Dispute: A Transnational Regulatory Struggle" gehalten. es ging dabei unter anderem um dinge, zu denen ich vor einiger zeit gemeinsam mit Sigrid Quack ein discussion paper (PDF) veröffentlicht habe.

per iTunes-store ist dieser nun auch frei als podcast verfügbar.

Sonntag, November 16, 2008

kapitalistische praxis VI


die eigentliche sehens- oder besser erlebniswürdigkeit in den USA ist der kapitalismus. deshalb lohnt sich die weite reise. verkörpert wird dieser in form von produkten, von denen man zuvor nicht wusste, wie sehr man sie vermisst hat. dass dabei bedürfnisbefriedigung indirekt proportional zur gesundheitsfördernden wirkung ist, versteht sich von selbst.
im bild ein kleines best-of (von oben nach unten): mit schokolade überzogener cookie-teig, weiche oreo-cakesters, mit schokolade überzogene erdnussbutter sowie cookies&cream schokolade.

Dienstag, Oktober 07, 2008

Amy Goodman, Naomi Klein und die "right-wing Trotzkyists"

Amy Goodman hat für ihr alternative media projekt "Democracy Now" dieses jahr den sogenannten "alternativen nobelpreis" ("Right Livelihood Award") erhalten. jeden wochentag liefert Democracy Now eine einstündige nachrichtensendung, die sowohl als audio-podcast als auch als video-webcast verfügbar ist. am besten charakterisieren lässt sich die sendung wohl als linke US-variante des ö1-mittagsjournals.

anlass für diesen eintrag ist aber die ausführliche o-ton-berichterstattung in der gestrigen sendung (stream / download) über eine rede von Naomi Klein gegen die etablierung eines "Milton Friedman Research Centers" an der University of Chicago. dort bezeichnet sie angesichts der finanzmarktkrise die markfundamentalisten als "right-wing Trotskyists":

"So, what we see from the ideologues of the far right—by far right, I mean the far economic right—frantically distancing themselves and retreating to their sacred texts: The Road to Serfdom, Capitalism and Freedom, Free to Choose. So that’s why I’ve taken to calling them right-wing Trotskyists, because they have this—and mostly because it annoys them, but also because they have the same sort of frozen-in-time quality. You know, it’s not, you know, 1917, but it’s definitely 1982. Now, the left-wing Trots don’t have very much money, as you know. They make their money selling newspapers outside of events like this. The right-wing Trots have a lot of money. They build think tanks in Washington, D.C., and they want to build a $200 million Milton Friedman Institute at the University of Chicago."

Montag, August 11, 2008

ode (3) an Lawrence Lessig

wenn es ein vorbild für die verbindung von wissenschaftlicher arbeit und politischem engagement gibt, dann ist das Stanford Law Professor Lawrence Lessig. seinen Blog zu abonnieren kann ich ebenso empfehlen, wie eines seiner im internet frei verfügbaren bücher (z.B. "Code", "The Future of Ideas" oder "Free Culture") zu lesen.

um sich aber schnell ein bild zu machen, bietet es sich einfach an, seine rede beim diesjährigen iCommons Summit in Sapporo samt dazugehöriger präsentation anzuschauen:



so nebenbei liefert dieser vortrag auch einen guten eindruck davon, worum es ungefähr in meinem aktuellen forschungsprojekt "Der Streit ums Urheberrecht" am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln geht.